Zum Textildruck zählen grundsätzlich alle Druckverfahren, die sich zur Veredlung oder Bedruckung von Textilien eignen. Doch die Welt der Textilveredlung erscheint auf den ersten Blick sehr komplex und unübersichtlich. Auf jeder Internetseite findet man verschiedene, mehr oder weniger bekannte, Bezeichnungen für die verschiedenen Druckverfahren. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen die ersten 2 von 5 grundlegenden Textildruckverfahren vorstellen:

1. Der Flock – und Flexdruck

2. Der Siebdruck

 

Nächste Woche folgt:

4. Der Digital – Druck

5. Der Thermosublimationsdruck

6. Sowie Stickereien

 

1. Der Flock – und Flexdruck :

Flock – und Flexdruck ähneln sich sehr, es sind beides Transferdruckverfahren und sie bestehen aus drei Schichten. Aus einer transparenten Trägerfolie, diese ist meist selbstklebend und dient zum Positionieren des Motives auf dem Stoff, einer eingefärbten Folienschicht und einer Deckschicht mit Schmelzkleber. Dieser Klebstoff wird erst beim Pressen des Motivs auf das Textil durch Hitze aktiviert.

Als erstes wird eine Vektorgrafik für das gewünschte Motiv erstellt. Anschließend wird das Motiv, mithilfe eines Plotters, aus einer einfarbigen oder mehrfarbigen Folie ausgeschnitten. Die überstehenden Reste werden entfernt, entweder mit einem Drucker oder per Hand. Diesen Vorgang nennt man Entgittern. Mithilfe einer Transferpresse wird das gewünschte Motiv auf den entsprechenden Stoff übertragen.

Durch seine samtartige Oberfläche kennzeichnet sich der Flockdruck und ist für alle Textilien, außer Textilien mit sehr hohem Kunstfaseranteil, geeignet.

Vorteile
Nachteile
  • Hohe Waschbeständig – und Haltbarkeit
  • Hohe Lichtechtheit
  • Gute Farbdeckung und leuchtende, intensive Farben
  • Einzelstücke und kleine Auflagen möglich
  • Nur einfache Motive
  • Mehr als drei Farben oder Farbverläufe nicht umsetzbar

 

Die Oberfläche des Flexdrucks ist glatt, glänzend und der Druck ist dünner und dehnbarer als der des Flockdrucks.

Vorteile
Nachteile
  • Hohe Farbbrillanz und Lichtechtheit
  • Hohe Waschbeständig- und Haltbarkeit
  • Scharfe Konturen
  • Unterschiedliche Folien verwenden: bsp.: Reflex-, Gold- oder Silberfolien
  • Einzelstücke und kleine Auflagen möglich
  • Nur einfache Motive
  • Mehr als drei Farben oder Farbverläufe nicht umsetzbar

 

2. Der Siebdruck:

Der Siebdruck wird auch als Schablonendruck bezeichnet und gehört zu den ältesten Druckverfahren. Im Unterschied zum Flock-und Flexdruck ist der Siebdruck ein Direktdruckverfahren, die Druckfarbe wird direkt in das Textilgewebe gedrückt. Beim Siebdruck kann fast jede Farbe realisiert werden, jedoch benötigt in der Regel die konkrete Druckfarbe ein extra Sieb. Nach der Erstellung des Siebs wird jede Motivfarbe separat, Schicht für Schicht, durch das entsprechende Sieb gedruckt. Am Ende wird die Druckfarbe durch Wärmeeinwirkung fixiert.

Mit Hilfe des Siebdrucks können farbintensive Motive, Effektfarben oder Farbverläufe dargestellt werden. Der Siebdruck ist für alle Textilien, außer Fleece – und Softshelltextilien geeignet.

Vorteile Nachteile
  • Fast alle Motive brillant und detailreich umsetzbar
  • Hohe Haltbarkeit
  • Hohe Deckkraft und satte Farben
  • Licht und witterungsbeständig
  • Einzelstücke und kleine Auflagen möglich
  • Viele Farben = höherer Preis
  • Druckvorkosten (Film- und Sieberstellung)

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Das TEAM von LUK-DESIGN: Grafik & Design
Autor: Antonia Musahl
Redaktion: Edgar Kutschera